Rückenschmerzen - Ursachen und meine Arbeitsweise

von Anke Nowicki, Heilpraktikerin in München, aktualisiert am 04.11.2021

Rückenschmerzen gehören in Deutschland zu den weitverbreiteten Volkskrankheiten. Unsere moderne Lebensweise wirkt der Gesundheit unseres Rückens entgegen. Unsere Vorfahren haben ihr Leben überwiegend im Gehen verbracht. Wir verbringen es zumeist im Sitzen – verbunden mit den Folgen, die wir kennen: Rückenschmerzen.

Doch an der Bewegungsarmut allein liegt es nicht, dass der Rücken Schmerzen meldet.

Ganzheitlich betrachtet wirken sich viele andere Thematiken auf unsere Wirbelsäule aus. So kommt es, dass fast jeder 2. Rückenschmerz-Patient ohne Befund ist. Ohne eine eingequetschte Bandscheibe, die den Schmerz erzeugen könnte. Ohne eine massive Fehlstellung eines Wirbels, der den Rückenschmerz erklären könnte.

Fehlhaltung des Rückens am Arbeitsplatz: bekannt und gebannt? So leicht geht das nicht.

Ein Fehlhaltung des Rückens während der Arbeit ist den meisten Menschen bekannt. Was nicht so einfach ist: damit aufzuhören. Warum das so ist? Der Aufmerksamkeits-Split des Bewusstseins gelingt nicht. Der Spruch „zu 100 Prozent an einer Sache zu arbeiten“ führt leicht in die Irre. Wir haben es gelernt, uns komplett einer Arbeitsaufgabe zu widmen. Doch nur wenige Menschen schaffen es, mit ihrem Bewusstsein zugleich ihren Körper wahrzunehmen. Wahrzunehmen, ob sie ein Glas Wasser trinken sollten. Wahrzunehmen, welche Haltung sie während der Arbeit auf dem Stuhl einnehmen. Ist dieser Aufmerksamkeits-Split nicht gegeben, nützt auch der tollste ergonomische Stuhl nichts. Nach einer Stunde „ertappt“ sich Diejenige/Derjenige wieder in einer gebückten Haltung, vielleicht auch noch zu nah am Monitor. Und natürlich verspannt. Diese Thematik öffnet den Rückenschmerzen Tür und Tor.

Verspannt und nochmals verspannt

Kennen Sie das: Sie sind schon froh, dass Sie eine Verspannung im Körper überhaupt bemerken? Schultern hochziehen, Bauch einziehen, Zähne zusammenpressen: Wir spannen häufig Körperteile an, ohne uns dessen bewusst zu sein. Die Verspannung verlässt manche Menschen nicht einmal im Schlaf: Sie schlafen mit einer Kauschiene, um Schäden an den Zähnen durch das Zusammenpressen zu verhindern.

Schultern hochziehen, Bauch einziehen und Zähne zusammenpressen: diese drei Verspannungen können alle der Auslöser für Rückenschmerzen sein. Eine Kauschiene kann nur Zahnschäden verhindern. Gegen die Rückenschmerzen ist sie nicht von Nutzen. Wut, Ängste und Stress können hier Auslöser sein. Andererseits können auch Fehlbelastungen beim Sport zu Verspannungen führen.

Meist nicht auf dem Radar: Entwicklungstraumata

Bei „Trauma“ denken die meisten Menschen an eine Situation im Krieg, an ein Erdbeben, an einen Autounfall. Viel häufiger und weiter verbreitet sind Entwicklungstraumata. Sie entstehen meist in den ersten drei Lebensjahren. Das Besondere daran ist, dass es kein einschneidendes Erlebnis sein muss, dass sie hervorruft. Sondern viele kleine Erlebnisse des sich einsam Fühlens, des nicht gehört Werdens, der fehlenden Verbindung zur Bezugsperson.

Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass Eltern nicht für ihr Kind da waren. Vielleicht gab es eine Frühgeburt. Vielleicht waren die Eltern mit dem Hausbau beschäftigt. Vielleicht war es zu viel, nach wenigen Wochen schon getrennt von den Eltern in einem anderen Raum schlafen zu müssen.

Entwicklungstraumata haben die verschiedensten Schmerzsymptome zur Folge. Dazu gehören die Rückenschmerzen. Weitere Symptome können beispielsweise Nervosität, Schreckhaftigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten sein.

Vererbte Rückenschmerzen

Rückenschmerzen können auch systemisch bedingt sein. Das bedeutet, dass sie aus dem Familiensystem übernommen wurden. Neueste Forschungsergebnisse aus der Epigenetik bestätigen, dass belastende Erlebnisse „weitervererbt“ werden können. Über Generationen hinweg.

Folgende mit „Ja“ beantwortete Fragen könnten ein Hinweis darauf sein, dass es sich bei Rückenschmerzen um ein systemisches Problem handelt:

  • War jemand aus der Familie in Kriegsgeschehen verwickelt?
  • Durchlebte jemand die Ängste der Bombennächte?
  • Musste ein Familienmitglied aus seiner Heimat flüchten?
  • Mussten Familienmitglieder hungern?
  • Gibt es Geheimnisse in der Familie, über die niemand spricht?

Ziel: schmerzfreier Rücken – meine Arbeitsweise

Rückenschmerzen haben – wie im Text erwähnt – sehr viele Ursachen. Deshalb arbeite ich mit einer gründlichen Anamnese, um mehr über die Herkunft der Schmerzen zu erfahren.

Bei den meisten Rückenschmerzen-Patienten starte ich mit der Behandlung von Reflexpunkten des neurovaskulären und neurolymphatischen Systems. Mit Hilfe verschiedener Muskeltests ermittle ich die entsprechenden Reflexpunkte.

Als Patient haben Sie hier sofort ein Aha-Erlebnis. Vor der Behandlung der Reflexpunkte zeigt der Muskel eine klare Schwäche an. Nach der Massage der Reflexpunkte testet er stark und gibt nicht mehr nach. Viele Patienten fühlen sich nach dieser Behandlung sehr entspannt, die Schmerzen haben in aller Regel abgenommen.

Je nach Ursache der Rückenschmerzen arbeite ich in Anschluss an diese „Grundbalance“ des Körpers mit traumatherapeutischen Elementen, anderen kinesiologischen Methoden, Einzelaufstellungen oder Akupressur.

Quellen

DocCheck Flexikon, Medizinwissen

Deutschlandfunk, Interview zu Kriegsenkeln 

Spiegel, Wie die Schicksalsschläge unserer Vorfahren das eigene Leben prägen 

Dr. Laurence Heller, Entwicklungstrauma heilen 

Neurologen und Psychiater im Netz

Bild der Wissenschaft, Prägen wir die Genetik unserer Nachkommen?

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