Nackenschmerzen - Ursachen und meine Arbeitsweise

Nackenschmerzen - Ursachen

von Anke Nowicki, Heilpraktikerin in München, aktualisiert am 13.04.2021

Sie haben Nackenschmerzen? Damit sind Sie nicht allein in Deutschland. Jeder 2. Erwachsene klagt im Verlauf seines Lebens über diese unangenehmen Schmerzen. Mit „Nackenschmerzen“ sind Schmerzen im Bereich des Nackens gemeint. Zu den Körperstrukturen des Nackens gehören die Halswirbelsäule sowie die Nackenmuskulatur.

Nackenschmerzen sind keine eigenständige Erkrankung sondern ein Symptom wie beispielsweise eine erhöhte Temperatur. Nackenschmerzen können daher Teil unterschiedlicher Krankheitsbilder sein. Eine Auswahl der wichtigsten Krankheiten habe ich kurz im nachstehenden Text beschrieben. Häufiger dagegen sind Nackenschmerzen ein Warnsignal unseres Körpers. Sie sollen uns darauf aufmerksam machen, dass wir bei vielen Tätigkeiten in unserem Leben eine bessere Körperhaltung brauchen.

Mögliche Ursachen der Nackenschmerzen

Verspannungen

Manchmal merken wir es nicht, wenn wir stundenlang in einer Sitzhaltung vor dem Rechner sitzen. Oder wir nehmen eine ungünstige Sitzhaltung bei anderen Tätigkeiten ein, die einen größeren Raum in unserem Tagesablauf beanspruchen. Die Folge: Nackenschmerzen. In der medizinischen Fachsprache heißen diese Schmerzen auch „unspezifische Nackenschmerzen“. Ursache für die Schmerzen ist häufig eine verspannte Muskulatur. Langjährige Fehlhaltungen bauen eine Spannung Stück für Stück auf. Kommen dann noch ein paar Überstunden verbunden mit Stress hinzu, meldet sich der Nackenschmerz.

Neu dabei: Der Handy-Nacken

Handys nehmen in unserer digitalen Welt einen immer größeren Raum ein. Und wie schauen wir auf unser Handy? Richtig. Mit nach vorne geneigter Halswirbelsäule. Durch die geneigte Haltung wird dieser Teil der Wirbelsäule bis zu 5x höher belastet als in der Normalposition des Kopfes. Mehrere Stunden. Mehrere Stunden Handy-Nutzung ringen der Wirbelsäule damit Schwerstarbeit ab und können damit zu Nackenschmerzen führen.

Verschleißerscheinungen

Mit den Jahren kann unser Körper auch Verschleißerscheinungen aufweisen. In der medizinischen Fachsprache nennt man sie degenerative Veränderungen. Manche Verschleißerscheinungen machen sich schmerzhaft bemerkbar. Die folgenden „Verschleißteile“ können die Ursache für Nackenschmerzen sein:

  • Wirbelkörper – die Verschleißerscheinung nennt sich „Spondylose“
  • Bandscheibenknorpel – die Verschleißerscheinung nennt sich „Chondrose“
  • Bandscheiben und Wirbel – die Verschleißerscheinung nennt sich „Osteochondrose“
  • Arthrose an den kleinen Wirbelgelenken (Facettengelenken) – die Verschleißerscheinung nennt sich „Spondylarthrose“

Dazu ist es wichtig zu wissen, dass nicht jeder Verschleiß Schmerzen hervorrufen muss. Zudem ist es möglich, mit einer guten Muskulatur die „Verschleißteile“ zu entlasten.

Entzündungen bzw. Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis

Nackenschmerzen zeigen auch Entzündungen an. Betroffen können beispielsweise Wirbelkörper (Spondylitis) oder Bandscheiben (Spondylodiszitis) sein. Dabei sind auch Ausstrahlungen in Arme und Beine möglich. Hervorgerufen werden kann eine Entzündung durch Bakterien oder eine überschießende Reaktion der Immunabwehr, auch Autoimmunreaktion genannt.

Die Autoimmunreaktion ist auch Auslöser verschiedener anderer Krankheiten, wie der Rheumatoiden Arthritis. Diese Krankheit wird auch als chronische Polyarthritis bezeichnet. Von der Alterspyramide her tritt die Polyarthritis gehäuft bei Frauen ab dem 50. Lebensjahr und bei Männern ab dem 60. Lebensjahr auf.

Eine weitere Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis, die mit Nackenschmerzen einhergehen kann, ist Morbus Bechterew. Sie beginnt meist schleichend und kann fälschlicherweise im Anfangsstadium aufgrund der unspezifischen Symptome auch als einfache Muskelverspannung oder als Bandscheibenvorfall diagnostiziert werden. Typische Symptome sind tiefsitzende Rückenschmerzen und eine Steifigkeit der Wirbelsäule nach der Nachtruhe. Nackenschmerzen treten bei Frauen in Zusammenhang mit Morbus Bechterew häufiger auf.

Verletzungen

Sportverletzungen, Schleudertraumata, Unfälle: Nackenschmerzen können auch die Folge von physischen, gewaltsamen Einwirkungen auf unseren Körper sein.

Bandscheibenvorfall

Viele Menschen denken bei Bandscheibenvorfall zunächst an die Lendenwirbelsäule. Doch auch bei den Halswirbeln kann es zu einem Vorfall kommen. Die gute Nachricht ist: Nimmt man die Gesamtheit der Bandscheibenvorfälle, betreffen nur knapp zwei Prozent den Bereich der Halswirbelsäule. Der Bandscheibenvorfall hat meist degenerative Ursachen und reiht sich damit in das Thema „Verschleißerscheinungen“ ein. Er kann jedoch auch die Folge eines Unfalls sein. Bei einem Bandscheibenvorfall tritt Gewebe aus der Bandscheibe aus und berührt dabei Nervenstränge. Je nach Schweregrad lassen sich Bandscheibenvorfälle in zwei Kategorien einteilen: Protrusion (eine Vorwölbung der Bandscheibe) und Prolaps (raumfordernder Vorfall).

Depressionen und Ängste

Depressionen und Nackenschmerzen: Wie passt das zusammen? Die Antwort ist: Nackenschmerzen können ein psychosomatisches Symptom der Depression sein. Psyche und Körper sind enger miteinander verbunden, als wir oftmals annehmen. Man hat herausgefunden, dass Menschen mit depressiven Symptomen Schmerzen stärker spüren können. Auf der anderen Seite leidet ein Großteil von Menschen mit chronischen Rückenschmerzen auch an depressiven Symptomen.

Ängste wiederum ziehen Verkrampfungen und Verspannungen nach sich. Hier ist der Nacken- und Schulterbereich besonders betroffen. Die angespannte Muskulatur führt zu Nackenschmerzen.

Meist nicht auf dem Radar: Entwicklungstraumata

Bei „Trauma“ denken die meisten Menschen an eine Situation im Krieg, an ein Erdbeben, an einen Autounfall. Viel häufiger und weiter verbreitet sind Entwicklungstraumata. Sie entstehen meist in den ersten drei Lebensjahren. Das Besondere daran ist, dass es kein einschneidendes Erlebnis sein muss, dass sie hervorruft. Sondern viele kleine Erlebnisse des sich einsam Fühlens, des nicht gehört Werdens, der fehlenden Verbindung zur Bezugsperson.

Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass Eltern nicht für ihr Kind da waren. Vielleicht gab es eine Frühgeburt. Vielleicht waren die Eltern mit dem Hausbau beschäftigt. Vielleicht war es zu viel, nach wenigen Wochen schon getrennt von den Eltern in einem anderen Raum schlafen zu müssen.

Entwicklungstraumata können die verschiedensten Schmerzsymptome zur Folge haben. Dazu gehören auch Nackenschmerzen. Mögliche weitere Symptome sind beispielsweise Schlafstörungen, Nervosität, Schreckhaftigkeit, Übelkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten.

Vererbte Nackenschmerzen

Nackenschmerzen können auch systemisch bedingt sein. Das bedeutet, dass sie aus dem Familiensystem übernommen wurden. Neueste Forschungsergebnisse aus der Epigenetik bestätigen, dass belastende Erlebnisse „weitervererbt“ werden können. Über Generationen hinweg.

Folgende mit „Ja“ beantwortete Fragen könnten ein Hinweis darauf sein, dass es sich bei Rückenschmerzen um ein systemisches Problem handelt:

  • War jemand aus der Familie in Kriegsgeschehen verwickelt?
  • Durchlebte jemand die Ängste der Bombennächte?
  • Musste ein Familienmitglied aus seiner Heimat flüchten?
  • Mussten Familienmitglieder hungern?
  • Gibt es Geheimnisse in der Familie, über die niemand spricht?

 

Ziel: schmerzfreier Nacken – meine Arbeitsweise

Nackenschmerzen haben – wie im Text erwähnt – sehr viele Ursachen. Deshalb arbeite ich mit einer gründlichen Anamnese, um mehr über die Herkunft der Schmerzen zu erfahren.

Bei der Mehrzahl der Nackenschmerzen-Patienten starte ich mit der Behandlung von Reflexpunkten des neurovaskulären und neurolymphatischen Systems. Mit Hilfe verschiedener Muskeltests ermittle ich die entsprechenden Reflexpunkte.

Als Patient haben Sie hier sofort ein Aha-Erlebnis. Vor der Behandlung der Reflexpunkte zeigt der Muskel eine klare Schwäche an. Nach der Massage der Reflexpunkte testet er stark und gibt nicht mehr nach. Viele Patienten fühlen sich nach dieser Behandlung sehr entspannt, die Schmerzen haben in aller Regel abgenommen.

Je nach Ursache der Nackenschmerzen arbeite ich in Anschluss an diese „Grundbalance“ des Körpers mit traumatherapeutischen Elementen, anderen kinesiologischen Methoden, Systemischer Therapie oder Akupressur.

 

Quellen:

DocCheck Flexikon, Medizinwissen

Deutschlandfunk, Interview zu Kriegsenkeln 

Spiegel, Wie die Schicksalsschläge unserer Vorfahren das eigene Leben prägen 

Dr. Laurence Heller, Entwicklungstrauma heilen 

Neurologen und Psychiater im Netz

Bild der Wissenschaft, Prägen wir die Genetik unserer Nachkommen?

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